Castrop-Rauxel 1941

Ursprünglich legten Römer in Castrop einen Militärposten an, da sich hier zwei Römerstraßen kreuzten. Nach und nach nutzten jedoch auch Händler diese Anlagen als Handelslager, um ihre Waren zu deponieren. Auf dem Gelände der späteren Zeche Erin befand sich eine germanische Siedlung, die vom Ende des 1. bis zum 5. Jahrhundert nach Christus enge wirtschaftliche Beziehungen zum Römischen Reich hatte.

Karl der Große legte im Sachsenkrieg entlang der Straßen Verpflegungslager und Stützpunkte an und er selber nutzte die Römerstraße bei seinem Marsch Richtung Norden. Diese mussten sich aus dem Land ernähren und waren früher noch als Reichshöfe bekannt. Diese Reichshöfe entwickelten sich zu Ortschaften, in diesem Fall wurde aus
Castorp - Dorf am Speicher - Castrop.

834 wurde die Villa Castrop das erste Mal urkundlich erwähnt. Im Jahre 1484 stellte Johann II. von Cleve den Bürgern einen Freiheitsbrief aus. 1902 entstand aus der Titularstadt Castrop und zwei weiteren Gemeinden die Stadt Castrop. Am 1. April 1926 wurde die Stadt Castrop-Rauxel aus Teilen der Stadt Castrop und des Amtes Rauxel gebildet. Sie gehörte zunächst zum Landkreis Dortmund bevor sie am 1. April 1928 kreisfrei wurde.
(Quelle: Wikipedia))
1926 - Der erste Magistrat der Stadt Castrop Rauxel - 1933
Der Magistrat in der Zusammensetzung noch aus ehrenwerten Männern, die im wesentlichen das Wohl seiner Bürger und der Stadt im Sinn hatten. 

1933 - Der erste Magistrat der Stadt Castrop Rauxel - 1945
Der Magistrat war inzwischen auch von Nazis (mit und ohne Uniform) durchsetzt, die sich skrupellos an Verbrechen gegen das jüdische Volk beteiligten, indem sie Deportationen von jüdischen Kindern, Frauen und Männern veran-lassten. Sie lieferten im Rahmen der Euthanasie mindestens fünfzig Castroper Bürger zur Tötung in die Gaslager aus. 
1933 - Die SA-Sturmabteilung Castrop-Rauxel - 1945
Das war die Exekutive. Die 22 arbeitslosen Typen bekamen Knüppel in die Hände und gingen mit brutaler Gewalt auf ihre Mitbürger los um ihre irrwitzigen Vorstellungen von Recht und Ordnung durchzusetzen. Zumeist stammten sie aus der Umgebung von Castrop. Auch aus Städten, die nicht zu Castrop gehörten. Die Namen stimmen absichtlich in der Reihenfolge nicht mit Foto überein: Lücke, Klawe, Budde, Fuchs, Winterberg, Heber, Schulze, Hille, Pflips, Brocksie-pe, Rodrego, Zerbian, Pfaff, Frese, Hartung, Miews, Weyer, Meier, Schade, Bodanowski.

Die Nazis haben es verstanden, für die Realisierungen ihrer Idee alle Menschen zu gebrauchen und zu miss-brauchen

Dr. Richard Anton - stellver-treteneder Ortsgruppenleiter ab 29.11.1929 bis 01.02.1931
Hermann Wagner - SS Rats-herr ab 1932 bis 1937
Castrop, Widumerstraße, die Stadt hat sich mächtig raus-geputzt mit Hakenkreuzen
1941 Ein verführtes BDM-Mädchen in Uniform
Die weiter Laufbahn des Herrn Dr. Richard Anton  29.11.1929 bis 01.02.1931 Bezirksleiter: Castrop, Herne, Wanne-Eickel -  22.07.1930 bis 01.04.1931 Ortsgruppenleiter - 15.02.1931 bis 07.09.1945 Kreisleiter 
Geburtstagsständchen der NSDAP Lange Phrasen dreschen, mit denen Sie ihr Vordenker auf den unzähligen Parteitagen eingenordet hatte und woran sie auch fest glaubten.
Castrop-Rauxel Am Esch 3 Parteigenosse Mückeneim und Frau (Dachfenster) in froher Erwartung auf das Eintreffe der NSDAP Mitglieder Castrop-Rauxel.

Das goldene Buch der Stadt Castrop-Rauxel

Das goldene Buch aus der NS-Zeit galt für lange Zeit als "verschwunden". Böse Zungen behauptetet sogar, es wurde bewusst zurückgehalten, bis alle Beteiligten verstorben waren. Man erinnerte sich nicht gerne an Eintragungen von: Baldur von Schirach, Gauleiter, NSDAP-Kreisleitern und sonstige Nazi-Größen. Das war ein mieser Umgang mit den Opfern aus dieser Zeit.
1939 - DER WELTKRIEG - 1945

Deutschland lebte bereits in einer Diktatur. Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 begannen Adolf Hitler und seinen Generälen schon den seit langem geplante Krieg um den s.g. "Lebensraum im Osten",  der nach seriösen Schätzungen durch unmittelbare Kriegseinwirkung 65 Millionen Menschen das Leben kostete. Werden die weiteren Folgen durch Verbrechen und Krieg einbezogen, dann liegt die Gesamtschätzung bei etwa 80 Millionen.

Bomben auf Castrop-Rauxel

Im Sauerland waren wir vor Bombenangriffen relativ sicher. Trotzdem hielten wir uns sehr häufig in Castrop-Rauxel auf auf. Glücklicherweise brauchten wir beim Bombenalarm nur aus unserem Haus in der Ringstraße 60 über die Straße und auf eine der zwei provisorischen Holztreppen in den Bunker unterm Schellenberg laufen. Es dauerte nur wenige Sekunden und wir waren in Sicherheit. Die Bauarbeiten an diesem Bunker waren noch nicht abgeschlossen. In der Mitte der Stollen lagen noch die Schienen, auf denen noch die Arbeitsloren standen an den Wänden lehnte Schüppen und Hacken und für uns waren entlang der Wände rechts und links primitive Holzbänke aufgestellt. Unter dem Gewölbe hing eine Notbeleuchtung entlang des etwa 3,5 Kilometer langen Stollens. Aber wir erwarteten keinen Komfort sonder nur Sicherheit vor den Bomben.
Neben den allgemeinen Bunkern, die als Stollen in Berge getrieben wurden, gab es Hochbunker, auch Turmbunker genannt, die aus hochwertigen und massiven Beton gegossen wurden. Eines dieser Exemplare war 33 Jahre lang (von 1942 bis Mai 1975) ein Wahrzeichen der Stadt. In den 50er Jahren wurden Fenster in den Bunker gesprengt und für 5 Familien Wohnungen hergerichtet. Diese Behelfswohnungen standen Heimatvertrieben zur Verfügung. Es war ein Zufall, dass ich zum Zeitpunkt der Sprengung in Castrop war. Einige Kinder aus Castrop haben die Adresse des Bunkers in ihrem Pass. (Siehe meinen Video-Film über die Sprengung.)
Am 1. September 1941 begann der Zweite Weltkrieg mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen. 60 Millionen Menschen verloren während des sechs Jahre dauernden Krieges ihr Leben.
13.06.1943 der erste Großangriff auf Castrop-Rauxel: 403 Bomber luden 832 Tonnen Bomben auf das Stadtgebiet und dem Umland von Castrop ab.  Die deut-sche Luftwaffe und die Luftverteidigung lahmte schon gewaltig.
Die Verbrecher unter sich. Sie machten bei Ihren Treffen Witze über das Töten von unschuldigen Menschen. Menschen anderer Rassen waren für sie nicht lebenswert. Letztlich wurden in von 209 Angeklagten Nazis 36 hingerichtet.
Castrop wurde wird zerbombt. Es ist kein normales Leben mehr möglich. Aus Zivilisten wurden Soldaten, aus den  ehemaligen internationalen Freundschaf-ten wurden Todfeinde. Am Tag starben 2.500 Menschen, 105 pro Stunde! 
Das Ehrenmal in Castrop. Die Quittung für die Millionen von deutschen Soldaten und Zivilisten, die ihr Leben für Verbrecher lassen mußten, die dem Größenwahn verfallen waren in dem Glauben die Weltherrschaft zu eringen.

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